Rooibos Tee 

Botanischer Name: Aspalathus Linearis

Rooibos (Aspalathus linearis) zählt botanisch zu den Hülsenfrüchten Südafrikas und ist ein Überlebenskünstler der Buschlandschaft mit besonderen Eigenschaften.

Rooibos als Teil der einzigartigen „Fynbos Biome“

Die Rooibos Pflanze ist Teil der im Südwesten Südafrikas vorherrschenden Vegetation des „Fynbos“, aus dem Afrikaans als „feiner Busch“ zu übersetzen. Sie ist weltweit einzigartig und wird zu den sechs “Floral Kingdoms” gezählt, die es auf der Erde gibt. Es ist das einzige “Königreich der Blumen” weltweit, welches alleine innerhalb eines Landes existiert. Dabei ist es so artenreich, dass es mehr Wildpflanzenarten als alle Britischen Inseln gemeinsam besitzt und selbst artenreicher ist, als der gesamte Tropische Regenwald in Südamerika.

Gegliedert in vorrangig 3 Pflanzengruppen (Protea, Heather und Restios) umfasst die Vegetation des Fynbos Bioms mehr als 8.500 Spezies. Viele Arten sind vom Aussterben bedroht. Teile des Fynbos sind bereits Teil des Unesco Weltkulturerbe, auch um Sie bestmöglich schützen zu können und die einzigartige Pflanzenlandschaft zu bewahren. 

Bei allen Spezies handelt es sich um bis zu 2 Meter große immergrüne Buschpflanzen. Auch die Rooibos Pflanze Aspalathus Linearis ähnelt dieser Botanik. 

Die Botanik von Aspalathus Linearis

Die grüne Buschpflanze wird im natürlichen Wachstum 1,5-2m hoch, kultiviert bis zu 1m.  Ausgehend von einem Hauptstamm, teilt sich die Pflanze vom Boden aus rutenartig in Seitenstränge auf. Von diesen gehen dünnere Äste aus, an denen sich nadelähnliche, grüne Blätter befinden, welche 1,5cm – 10cm lang werden. Sie gleichen Kiefernadeln, sind aber sehr weich. 

Blüten und Samen des Rooibos

Etwa ab Oktober, wenn der südafrikanische Frühling herrscht, bildet der Strauch kleine gelbe Blüten aus. Aus den 5-blättrigen Blüten entsteht jeweils ein gelbbraunes, extrem hartschaliges Samenkorn. Wenn die Hülse aufplatzt, fällt das Korn zu Boden in den Sand. Dort wird es dann teilweise von den Bauern heraus gesiebt, um es zum erneuten Anbau der Rooibos Pflanze zu verwenden. Mehr dazu bei Anbau durch Samen.

ASPALATHUS LINEARIS – EINE HÜLSENFRUCHT 

Die Rotbusch Pflanze ist im eigentlichen Sinne keine Teepflanze wie der Grüne oder der Schwarze Tee. Letztere gehören zur Familie des Teestrauchs Camellia Sinensis. Der Rooibos zählt hingegen zu der Pflanzengruppe der Hülsenfrüchte (Fabacea), auch Leguminosen genannt. Zu dieser Pflanzenfamilie gehören etwa 730 verschiedene Gattungen, unter anderem Pflanzen wie die Erbse, Bohnen und Linsen. Besonders typisch für die Leguminosen ist ihre Symbiose mit Bakterien, die aus der Luft Stickstoff binden können und somit das Wachstum stark fördern. Auch Aspalathus Linearis macht sich diese Eigenschaft zu nutze. 

Vier Haupttypen des Rooibos

Aspalathus Linearis wird in 4 Haupttypen unterschieden: Rooi-Tee („Roter“), Swart-Tee („Schwarzer), Vaal-Tee („Aschfarbener“) und Rooibruin-Tee (Rotbrauner“).

Von diesen Typen eignet sich jedoch nur der Rooi-Tee für die kommerzielle Nutzung. Dieser wiederum wird in Cedarberg- und Nortier-Typ unterschieden, wobei hiervon seit 1965 nur Letzterer angebaut wird. Diese Entscheidung beruhte auf Verbraucherstudien, bei welchen sich der Nortier-Typ als der eindeutig geschmacklich beliebtere Tee herausgestellt hatte. Teilweise sind jedoch auf einem Feld bis zu 20 verschiedene genetische Varianten der Pflanze zu finden. In den letzen Jahren wurde verstärkt versucht, die resistenteste und ertragreichste Modifikation zu finden und diese großflächig anzubauen. Dabei gelingt dies leichter mit dem Anbau durch Stecklinge, die auch insbesondere beim Bio-Anbau weniger anfällig gegen Insekten sind, als die zarten ersten Triebe aus den Samen.

Besondere Überlebenstrategie der Rooibospflanze

Der natürliche Lebensraum von Aspalathus Linearis stellt die Pflanze vor hohe Herausforderungen. Die Temperaturen schwanken von Minusgraden im Winter mit Frost und Schneefall bis zu phasenweise über 50 Grad im Sommer. Südöstliche Sommerwinde, die sich bis zum Sturm entwickeln können, sind keine Seltenheit. Trockenheit bis hin zu Dürren zwingen die Pflanzen mit äußerst wenig Wasser auszukommen. 

Drei Faktoren garantieren dem Rotbusch das Überleben und zeigen seine beeindruckende Angepasstheit an die vorherrschenden Bedingungen.

Zum einen schützen die dünnen Nadelblätter den Busch bei hohen Temperaturen vor dem Austrocknen, weil Sie eine kleinere Oberfläche bietet. Dadurch kann weniger Wasser verdunsten.

Außerdem besitzt der Rotbusch die typischen Pfahlwurzeln der Gattung der Leguminosen, welche 2m tief in den Boden reichen. Somit sind sie gegen Stürme fest verankert und garantieren auch in Trockenzeiten die Erreichbarkeit von tiefer liegendem Grundwasser. Durch diese Wurzeln werden außerdem tiefe Erdschichten erreicht, welche zu einer höheren Mineralanreicherung führen.

Eine weitere typische Eigenschaft der Leguminosen ist ihre Fähigkeit, Symbiosen mit Bakterien einzugehen. Auch die Aspalathus Linearis ist durch eine solche Nutzbeziehung in der Lage den Stickstoff aus der Luft zu binden und ihn in Ammoniak zu verwandeln. Stickstoff gilt als der „Motor des Pflanzenwachstums“, weil er in der Photosynthese u.a. zur Eiweißbildung benötigt wird und ein essentieller Bestandteil von Chlorophyll ist. Die Rotbusch Pflanze ist somit in der Lage sich selber „Dünger“ zuzuführen. 

Besondere Inhaltsstoffe

Dabei führen erst diese schwierigen Lebensbedingungen zu den einzigartigen Inhaltsstoffen der Rooibos Pflanze. Je extremer die Bedingungen sind, desto qualitativ hochwertiger und stärker ist sie in ihrer gesundheitlichen Wirkung. Das wichtigste Qualitätskriterium beim Rooibos ist die Höhenlage des Anbaus. Als Daumenregel gilt: Je höher das Teefeld, desto höher die Qualität. Aufgrund langsamerem Wachstums kommt es zu einer größeren Anreicherung der Inhaltsstoffe. Zudem ist die Pflanze im Reizklima gezwungen, sich stärker und widerstandskräftiger auszubilden. Dies führt alles zu einer gesteigerten Qualität des Tees. Diese Qualitätsunterschiede sind beim Kauf zu beachten. 

Jahreszyklus des Rotbusch

Im Frühling, welcher in Südafrika von Juli – Oktober herrscht, fängt die Rooibos Pflanze an auszutreiben und bildet kleine gelbe Blüten aus. In diesem Zeitraum explodiert die Pflanze förmlich in ihrem Wachstum, bis die Hitze des Sommers (November – Februar) es verlangsamt. Im Frühherbst (März) ist die Wachstumsphase vollständig abgeschlossen und die Zweige fangen sich an braun zu färben. Wenn die Braunfärbung die Astspitzen erreicht hat, ist der Rooibos erntereif. 




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