Rotbusch Tee Südafrika  

Geschichte des Rooibos

Die Geschichte des Rooibos-Tees ist stark geprägt durch seine Heilwirkungen. Die Einführung des grünen und wilden Rooibos und des Rooibos-Espresso sind wichtige neue Meilensteine.

Khoikhoi entdecken die Heilwirkung des Rooibos

Laut Überlieferung stellten die Khoikhoi, die Ureinwohner des Westkap, schon seit Jahrhunderten ein teehaltiges Getränk aus den wilden Pflanzen des Rotbuschs her. Die Khoikoi, übersetzt die „wahren Menschen“, siedelten vor ca. 2.000 Jahren aus dem Norden Botswanas nach Südafrika über. Die spezielle Heilwirkung des Rotbusch war den Ureinwohnern schon früh bekannt. Die Existenz des Rooibos Tee und dessen Zubereitung durch die Khoi blieb jedoch bis 1772 von den europäischen Siedlern unentdeckt. 

Erste schriftliche Erwähnung des Rooibos durch Carl Thunbergh 1772

Die erste Erwähnung der Teezubereitung des Rooibos durch die Ureinwohner Südafrikas findet sich in dem Reisetagebuch „Travels in Europe, Africa and Asia“ des schwedischen Botanikers Carl Thunbergh im Jahre 1772. In seinem Bericht beschreibt er die Herstellung des Rooibos. Auf ähnliche Art und Weise wie heute wurden die Blätter und Zweige mit Äxten zerhackt und anschließend mit Hämmern oder Steinen weiter zerkleinert, sodass der Zellsaft austrat. Diese Pflanzenmasse wurde daraufhin meist auf Steinen, die durch die Sonne erhitzt waren, ausgebreitet. Dort fand dann – wie in heutiger Zeit – der Fermentationsprozess, als wichtiger Schritt in der Herstellung des Rotbusch-Tees statt, indem die Masse leicht befeuchtet wurde und Sie anfing zu „schwitzen“. Obwohl die Khoikoi den Rooibos bereits als wichtiges Heilmittel in ihrer Medizin einsetzten, dauerte es noch lange Zeit, bis der Wert des Tees bei den Siedlern erkannt und vermarktet wurde.

Die „eigentliche Entdeckung“ des Rooibos und der Beginn der Vermarktung

Der russische Immigrant Benjamin Ginsberg beobachtete im Jahr 1904 durch Zufall die ungewöhnlich vitalen und jugendlich wirkenden Khoikoi bei deren Zubereitung des Rooibos. Da Gingsberg’s Familie bereits sehr lange im Teehandel in Europa tätig war, erkannte er das Potential der Rotbusch Pflanze als Genuss- und Heilmittel und begann mit der Vermarktung des Tees. Im selben Jahr beginnt Gingsberg damit, den Tee in Kapstadt anzubieten. Er soll sogar Probepäckchen mit Rooibos Tee auf den Straßen der Stadt verteilt haben. Damals war der auf dem Markt vorherrschende schwarze Ceylon Tee, importiert aus Sri Lanka, ein Luxusgut, welches sich nur wohlhabende Familien und Besserverdienende leisten konnten. Somit wurde der Rooibos Tee zunächst zum „Arme-Leute Tee“, für die Menschen, für die der Ceylon Tee unerschwinglich war. Die Nachfrage stieg innerhalb von wenigen Jahren rasant an. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde Rooibos ausschließlich aus wilden Pflanzen gewonnen. Da der Bedarf nach dem Tee nach einiger Zeit größer war als die Menge, die durch Wildwuchs hergestellt werden konnte, führte dies notwendiger Weise zur Kultivierung der Pflanze und zum ersten geplanten Anbau. 

Entdeckung der Heilkraft von Rooibos und erster Einsatz als Heilmittel 

Der Arzt und Hobby-Botaniker Dr. Petter Le Fras Nortier entwickelte zusammen mit Olof Bergh und Wiliam Riordan, welche alle drei aus dem Dorf Clanwilliam stammten, im Jahr 1930 durch Kreuzungen die erste Kulturpflanze des Rotbusch. Der Grundstein für den kommerziellen Anbau war gelegt. Zudem war Dr. Nortier auch der erste Arzt, der die heilende Wirkung des Rooibos Tees  auf die Gesundheit entdeckte und sie zu erforschen begann. Er verschrieb seinen Patienten Rooibos als Arzneimittel und gelangte über Erfolge bzw. Misserfolge so zu Erkenntnissen über die Heilwirkung und die verschiedenen Bereiche, in denen Rooibos wirksam einsetzbar ist.

In Zusammenarbeit mit ansässigen Farmern entwickelte Dr. Nortier eine wirksame Methodik zum rentablen Anbau von Rooibos. Die aufwendig und schwer zu gewinnenden Samen waren zu diesem Zeitpunkt ein Vermögen wert.

Benjamin Gingsberg trieb inzwischen die Vermarktung weiter voran und hatte ein Unternehmen gegründet. Der Teeverkauf florierte und entwickelte sich in der weniger wohlhabenden Bevölkerungsschicht zu einer beliebten Alternative zum Ceylon Tee. 

Der 2. Weltkrieg als Glücksfall für den Rooibos

Während des 2. Weltkrieges war es kaum noch möglich Ceylon Tee aus Asien zu importieren. Die Einfuhren des Schwarz Tees nach Südafrika und in die ganze Welt sanken enorm. Erst in Südafrika und dann auch weltweit, stellten sich Teekonsumenten auf Rooibos um. Aus dem „Arme-Leute-Tee“ wurde nun auch ein Getränk für die Oberschicht. Die Nachfrage nach Rooibos stieg immens an. Die Produktion explodierte förmlich und viele Farmer begannen mit dem Rooibos Anbau. 

Krisenjahre in der Rooibos Produktion 

Mit dem Ende des 2. Weltkriegs liefen die Importe von Ceylon wieder an und der Schwarztee war 1947 wieder in großen Mengen erhältlich. Der Rooibosmarkt brach daraufhin zusammen und die Preise sanken dramatisch. Die im Jahr 1947 produzierte Rooibosmenge von 680 Tonnen übertraf um Weiten die Nachfrage. Weil der Anbau nicht mehr wirtschaftlich rentabel war, mussten viele Farmer ihre Produktionen einstellen und verloren ihre Existenz.

Um den Niedergang der jungen Rooibos Industrie aufzuhalten, gründeten 77 Farmer 1948 unter dem Vorsitz von P. J. Oliver die „Clanwilliam Tea Cooperation“. Die Kooperation, welche die gesamte Teeproduktion aufkaufte, versuchte damit die Preise zu sichern und setze Qualitätsstandards fest. Die Firma B.Ginsberg unterstütze das Vorgehen und es wurde eine Vertriebsvereinbarung zwischen dem Unternehmen und der Kooperation geschlossen. Jedoch stellte sich die Herausforderung, den Absatzmarkt auf die Größe der 40er Jahre zurückzuführen, als extrem schwierig dar. Auch war von dem Image des „Armen-Leute-Tees“ schwer wegzukommen. Die Nachfrage konnte nicht gesteigert werden und die Rooibos Lager füllten sich immer weiter. Bis 1952 verschlechterte sich die Lage dermaßen, dass die Farmer nur in einer Kontroll-Behörde die Rettung sahen. 

Mit mehr Kontrolle in die 50iger Jahre

Am 05. November 1954 wurde vom Landwirtschaftsminister S. le Roux das „Rooibos Tea Control Board“ gegründet, nachdem sich die Erzeuger verzweifelt an die Regierung gewandt hatten. Die Regierung entwickelte auf Basis des Marketing Gesetzes von 1937 ein „straffes Einkanal-Vertriebssystem“, um die eingebrochenen Preise auf ein rentables Niveau zurückzuführen. Das Kontrollboard bestand aus 5 Vertretern der Produzenten und 2 Vertretern der Händler. Zusätzlich war eine externe Person in beratender Funktion tätig. Die Aufgabe des neugeschaffenen Kontrollorgans war der Aufbau und das Durchsetzen von einheitlichen Standards und die damit verbundene Qualitätssicherung. Außerdem einigte man sich auf Abgaben der Hersteller, um den Produzentenpreis im Notfall konstant zu halten, wodurch die Farmer nicht mehr den Schwankungen des Markts ausgesetzt waren. Es sollten verstärkt Lager geschaffen werden, um die schwankende Nachfrage auszugleichen und somit auch bei unvorhergesehener Überproduktion die laufende Produktion zu gewährleisten. Extrem bedeutend war zudem das Vorantreiben des internationalen Marketings, um damit den Export auszubauen und neue Märkte zu gewinnen. Der Rooibosanbau sollte in Zusammenarbeit mit den Farmern weiter optimiert und durch funktionierende Informationskanäle und Forschung unterstützt werden.

Die gesamte Rooibos Industrie wurde also in einer Institution zusammengefasst, die als alleiniger Käufer sowie auch zugleich Verkäufer die Produktion kontrollierte. Somit konnte das Board auch Produzenten daran hindern, ihren Tee selber zu verkaufen. 

Imageprobleme und volle Lagerhallen

Das Kontrollboard wandte sich zunächst vor allem der Schaffung neuer Lager zu. Ende der 50er Jahre vernachlässigten viele Farmer ihren Anbau, da die meisten Lager voll gefüllt waren, obwohl die Nachfrage leicht anstieg. Mit Preiserhöhungen wollte das Board einen Anreiz für neue Pflanzungen schaffen, welche jedoch von einer großen Dürre von 1958-1960 verhindert wurden. Bereits 1963 übertraf die Produktion schon wieder weit die nachgefragten Mengen. Mit Mitte der 60er Jahre verabschiedeten Qualitätsklassen (A, B, Bush-Tee) versuchte das Board eine Produktaufwertung zu erreichen, welche allerdings viel zu spät erfolgte. Der Rooibos Tee hatte zu diesem Zeitpunkt immer noch massiv mit Imageproblemen zu kämpfen. So wurde versucht durch große Geldsummen im Bereich Marketing und Marktforschung ein Bild vom „Getränk mit Klasse“ durchzusetzen. Da sich der heimische Markt in Südafrika als extrem schwierig darstellte, wurde verstärkt in die Exporte nach Amerika und Kanada investiert. In der Zwischenzeit hatten sich bis 1967 die Lager bereits so weit gefüllt, dass die angehäuften Teemengen von 2.700 Tonnen für die nächsten 3 Jahre ausgereicht hätten. 

Nortier-Typ der Asphalatus lineares wird marktbeherrschend 

Aus den Konsumentenbefragungen und Marktforschungen stellte sich heraus, dass der Nortier-Typus der Rooibos Pflanze Asphalatus lineares die wohlschmeckendste und beliebteste Sorte war. Von 1965 an wurde dann fast ausschließlich die Nortier Pflanze angebaut. 

Die Rettung des Rooibos – der Wendepunkt 1968 

Nach gescheiterten Marketing Strategien, immensen Kosten durch volle Lager und einer nicht wachsenden Nachfrage stand die Rooibos Industrie kurz vor ihrem erneuten Zusammenbruch. Die Preise für die Produzenten sanken ein weiteres Mal. Eine unerwartete Wende im Jahr 1968 fand durch Zufall im Haus einer junger Mutter, Annette Theron, in Pretoria statt. Die starken 3-Monatskoliken ihres Kindes wurden durch Rooibos geheilt. Dieser Fall machte den Rotbuschtee berühmt.

3-Monats-Koliken durch Rooibos geheilt 

Das 18 Monate alte Kind von Frau Theron litt seit über einem Jahr Magenbeschwerden verbunden mit Koliken, Übelkeit und Krämpfen. Weil eines Tages die Milch im Fläschen bereits abgekühlt war, mischte Sie etwas Rooibos Tee hinzu. Das Kind war nach dem Genuss wie verwandelt und die Beschwerden ließen fast umgehend nach. Die Mutter war so erstaunt von der plötzlichen Heilung, dass Sie nach der Ursache forschte und sich erst nach mehreren Tagen an die Hinzugabe von Rooibos Tee erinnerte. In den folgenden Tagen testete Sie die Einnahme von Rooibos und den Einfluss auf die Genesung ihres Kindes weiter aus und kam zu der Überzeugung, dass der Tee der Schlüssel zur Heilung gewesen sein musste. Nach weiteren Testversuchen mit befreundeten Müttern, die ähnliche positive Wirkungen feststellten, erfuhr die Presse von der Sensation und innerhalb von wenigen Tagen wurde Rooibos vom Tee für die wenig Begüterten zum begehrten Heilmittel.  Im Jahr 1968 steigerten sich die Verkaufszahlen um rund 33%, im Folgejahr nochmals um 28%. 

Suche nach Stabilität

Obwohl nun die Nachfrage einen regelrechten Boom erlebte, folgten nun auch in den 70er und 80er Jahren Zeiten der Unstetigkeit. Durch Ernteausfälle, bedingt durch Dürreperioden und Schwierigkeiten beim Anbau, konnte die Nachfrage nicht mehr gedeckt werden und die meisten Werbemaßnahmen wurden zurückgefahren. Um die Produktion zu steigern, wurde der Produzentenpreis Anfang der 70er Jahre vom Kontrollboard um fast 100% angehoben. Insgesamt steigerte sich die produzierte Mengen an Rooibos jedoch. 1975 wurde im Vergleich zum Jahr 1965 65% mehr Rooibos Tee hergestellt. Ein Rekordhoch von 3.400 Tonnen erreichte der Rooibos Konsum in Südafrika im Jahr 1978, obwohl in diesem Jahr wieder starke Dürren den Produzenten zu schaffen machten. 1980 übertraf die Nachfrage das Angebot an Rotbusch so stark, dass es in vielen Gegenden Südafrikas keinen Rooibos mehr zu kaufen gab. 1982 und 1984 sorgten Rekordernten von 5.050 Tonnen bzw. 6.860 Tonnen für einen ausgeglichenen Markt, wodurch der Export und weltweites Marketing wieder angekurbelt werden konnten. Das Rooibos Logo (eine rote, dampfende Teetasse) wurde 1982 eingeführt und weltweit angenommen. 

Änderung der Hygiene in der Herstellung (Salmonellen im Tee) 

Es schien, als hätte sich die Nachfrage und die Produktion stabilisiert, bis 1984 ein großer Rückschlag durch das Auffinden von Salmonellen im Tee auftrat. Als Folge musste die Herstellungsweise so umgestellt werden, dass hohe hygienische Standards gewährleistet werden konnten. Durch aufwendige Forschung stellte sich die Dampfsterilisation als geeignetste Methode heraus, um Erreger im Tee zu verhindern. Trotz der baldigen Inbetriebnahme der Maschinen, blieb die Nachfrage zögerlich und die Lagermengen des Tees erreichten 1985/1986 ein Rekordhoch. Bis heute werden alle Rooibos Tees vor der Ausfuhr erhitzt und so alle möglichen Erreger abgetötet. 

Apartheid und Rooibos 

Neben dem zunächst verlorenen Vertrauen der Kundschaft setzte der Rooibos Industrie auch politische Entwicklungen zu. Alle wichtigen Exportpartner hatten Südafrika mit Handelsembargos belegt, um gegen die vorherrschende Politik der Apartheid zu demonstrieren. Exporte waren kaum möglich und trafen die Industrie sehr hart.

Anfang der 90er Jahr erholte sich der heimische Markt leicht und die Nachfrage und Produktion stiegen wieder leicht an. 

Die Rooibos Industrie in der freien Marktwirtschaft 

Mit Ende der Apartheid stand das Land vor grundlegenden Strukturveränderungen. Im Zuge dessen wurde am 1. Oktober 1993 das staatliche Rooibos Tea Controll Board aufgelöst. Die Kontrollfunktionen wurden weitgehend von dem Unternehmen Rooibos Natural Tea Products Limited übernommen. 

Die freie Marktwirtschaft führte nun zu Konkurrenz zwischen den Produzenten, die sich als belebend herausstellen sollte. Durch den offenen Wettbewerb auf dem Markt konnten sich einige neue Firmen auf den Exportmärkten gut platzieren und dort die Nachfrage ankurbeln.

In den 90er Jahren kam es allerdings zu Zerwürfnissen mit „Rooibos Ltd.“ (ehemals Rooibos Natural Tea Products Limited). Durch Fehlinformationen und falschen Ratschlägen zum Anbau und Verkauf durch Rooibos Ltd. sank 1998 der Produzentenpreis und Lieferverträge mit den Farmern wurden gekürzt. Wieder führten Dürren zu Ernteausfällen. 

Einführung von Stecklingen, wilder und grüner Rooibos

Wegen den schwierigen Anbaubedingungen der Pflanze wurde verstärkt auf die Nutzung von Stecklingen umgestellt, da diese einen erhöhten Ernteertrag sichern.

Dadurch bildete sich auch indirekt ein neuer Markt für wilden Rooibos heraus, der sich geschmacklich und in seinen gesundheitlichen Wirkungen vom kultivierten Rooibos besonders positiv abhebt. Die wildwachsenden Rooibos-Sträucher, oder besser -Bäume, besitzen im Gegensatz zu den kultivierten Sträuchern keine Altersbegrenzung, bilden viel tiefere Wurzeln aus, sind deutlich kräftiger und liefern einen wesentlich potenteren und gehaltvolleren Tee. Der wilde Rooibos ist aber selten und erzielt entsprechend höhere Preise am Markt.

1995 wurde auch der Grüne Rooibos in den Markt eingeführt. Dabei handelt es sich um die nicht fermentierte Variante des Rotbuschtees. Der grüne Rooibos behält durch eine spezielle Hitzebehandlung, die möglichst schnell nach der Ernte vorzunehmen ist, seine grüne Farbe und verfügt über eine größere antioxidative Kraft. Bestimmte Inhaltsstoffe, die normalerweise durch die Fermentation umgewandelt werden, bleiben beim grünen Rooibos erhalten. Im Gegenzug besitzt er aber auch über weniger ausgeprägt positive Eigenschaften in anderen Bereichen, wie der Wirkung auf die Haut, den Darm und das Immunsystem. Der grüne Rooibos ist in gesundheitlicher und geschmacklicher Sicht eine exzellente Ergänzung zum roten Rooibos. Entsprechend fand er schnell Anklang im Markt und erfährt bis heute über ein besonders großes Wachstum.

Weiterhin bewegte Zeiten im Rooibosmarkt

Im Jahr 2001 schlossen sich unter dem Vorsitz von Rooibos Ltd. Exporteure und Produzenten zu einem Forum zusammen. Da die Produktion immer noch mit Ernteausfällen zu kämpfen hatte, setzt man sich verstärkt für die Forschung an widerstandsfähigeren Genotypen des Asphalathus Linearis ein.

Starke Winterwinde und große Dürren im Sommer machen dem Rooibos Anbau bis heute vermehrt zu schaffen. Durch die Klimaerwärmung werden diese Umwelteinflüsse immer extremer. Farmer berichteten mir im Jahr 2015 in der Region Clanwilliam von durchschnittlich 5 Grad Celsius wärmeren Sommern im Vergleich zu vor etwa 20 Jahren. Anbaugebiete werden auch durch das Vordringen der Wüsten bedroht. 

Der Rooibosmarkt erlebte bis vor wenigen Jahren immer wieder starke Preisschwankungen durch Überkapazitäten und Preiswettkampf am Markt. Er besitzt mit etwa 0,3% des gesamten Teemarktes weltweit nur einen kleinen Anteil (Stand 2007). Bezogen auf den weltweiten Kräuterteemarkt entspricht das aber immerhin etwa 10%. Zum Vergleich: in Deutschland erreicht Rooibos etwa 7,7% des Kräuter-Teemarkts. 

Etwa die Hälfte aller Nicht-Bio-Rooibos Exporte von Südafrika gingen 2010 nach Deutschland, etwa 20% in die Niederlande, 17% nach UK, 6% in die USA und 5% nach Polen (Quelle: SA Rooibos Council). Bei den Bio-Tees führte Japan mit 33% der Exporte vor Deutschland mit 18%, UK 17%, NL und die USA mit jeweils 16%.

Noch immer besitzt die Rooibos Ltd. etwa 50% Marktanteil am Rooibos. Weitere drei große Produzenten kommen zusammen auf etwa 30% des Markts (Stand 2015). Nur vier Produzenten kontrollieren also in Summe etwa 80% des Produktion.

Abrupte massive Preiserhöhungen von Rooibos Ltd. an die Teefarmer (großteils zugleich Eigentümer des Unternehmens), bei zugleich teilweise Dumping-Preis-Aktionen für bestimmte europäische Großkunden – wie gerade in 2015 geschehen – und andere drastische Entscheidungen, die in kartellrechtlicher Sicht in Deutschland kaum erlaubt bzw. folgenfrei blieben, sorgen am Rooibos-Markt immer wieder für viel Aufregung und Bewegung.

Es bleibt zu hoffen, dass die freie Rooibos-Marktwirtschaft dadurch keinen Schaden nimmt und durch den weltweiten Aufwärtstrend für gesunde Tees profitiert. Gerade denjenigen kleineren Rooibos-Farmen, die sich auf hohe Qualität spezialisiert haben, ist es zu wünschen, dass sie sich gut entwickeln können. 

Anstieg der Nachfrage aufgrund des Status als Gesundheitstees 

In den ersten Jahren nach der Jahrtausendwende und erneut gerade in den letzten Jahren, erlebt die Nachfrage nach dem Rooibos Tee in vielen Ländern einen deutlichen Anstieg. Sein Status als großer und milder Gesundheitstee ohne Koffein hat sich international immer weiter durchgesetzt. Dennoch sind noch viele positive Daten und Fakten zu seinen gesundheitlichen Wirkungen noch immer recht wenig bekannt. Meist konzentriert sich die Allgemeinheit dabei zu sehr auf die Koffeinfreiheit und den angenehmen, milden Geschmack bzw. die wohlschmeckenden Mischungen mit anderen Pflanzen, wie Vanille, Orange, Kamille etc. Dabei hat der Rooibos doch in allgemeiner gesundheitlicher Wirkung und bei bestimmten Erkrankungen sehr viel zu bieten, ja ist mitunter sogar das Naturheilmittel der Wahl. 

Es ist zu erwarten, dass diese Fakten eine größere Verbreitung finden und die weitere Bedeutung des Rooibos-Tees bestimmen werden. Durch die breitere Einführung des Bio-Rooibos-Tees, des grünen und des wilden Rooibos sowie der Rooibos-Kapseln für Kaffeemaschinen als gesunder, koffeinfreier Espresso-Ersatz (Rooibos-Espresso) dürfte sich diese Entwicklung sehr beschleunigen.




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